Verlag für kostenlose Noten für Blockflöte, Flöte, Ensemble

Die Notenseite von Franz-Rudolf Kuhnen

Urtextausgaben

Übersicht



Vorbemerkung

Grundlage meiner Editionen sind ausschließlich Originalausgaben aus Musikbibliotheken, für die im Übrigen keiner mehr Lizenzgebühren einziehen kann und deren Autoren auch keine Ansprüche aus dem Urheberrecht geltend machen können.

Den Grund für diese Neuausgaben möchte ich hier kurz schildern:
Moderne Ausgaben kranken oft am Detail (und am Preis). Katastrophal finde ich z.B. die Umblätterstellen. Wenn man sich die Originalausgaben anschaut, wird man sehen, dass es nur selten notwendig ist, während eines Satzes umzublättern. Die Noten sind dafür allerdings oft sehr eng gesetzt - die Lesbarkeit leidet geringfügig, dieser kleine Nachteil ist aber nach einer Gewöhnungsphase verschmerzbar.
Ich bemühe mich, Umblätterstellen zu vermeiden. Ein einzelner Satz erstreckt sich hier nicht über mehr als drei Seiten, die man bequem nebeneinander legen kann. Klebestreifen dürfen hier assistieren.

Die älteren Ausgaben, also die Noten von Händel, Paisibel und Boimortier habe ich mit Encore-4.5.5 erstellt. Nun bin ich endgültig zu Lilypond gewechselt. Lilypond ist ein Open-Source Notationsprogramm, das unter Linux, Mac und Windows kostenlos zur Verfügung steht. Den Entwicklern dieses fantastischen Programms möchte ich hier meinen Dank aussprechen. Auch wenn es etwas umständlich zu bedienen ist, finde ich es Encore deutlich überlegen. Es ist keine WYSIWYG-Applikation. Ähnlich wie bei TEX und LaTeX werden alle Eingaben in einem Editor gemacht und anschließend kompiliert. Heraus kommt dann eine sehr ansehnliche PDF-Datei. Von der Mächtigkeit von Lilypond kann man sich beim Mutopia-Projekt überzeugen. Alle dort erhältlichen Noten wurden mit Lilypond erstellt.

Nach und nach stelle ich hier auch die Lilypond-Quelldateien meiner Ausgaben zur Verfügung.

Wie bei meinen eigenen Bearbeitungen kann man meine Notenausgaben als gezippte PDF-Datei oder als einfache PDF-Datei (Partitur und z.T. mit Stimmen) herunterladen.

Creative Commons Lizenzvertrag

Diese Ausgaben bzw. Inhalt stehen von nun an unter einer
Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

Sie dürfen diese Noten also kostenlos herunterladen, kopieren und auch beliebig weitergeben. Der Link informiert Sie über die genauen Lizenzbedingungen. Wichtig ist u.a., dass Sie bei der Weitergabe oder Bearbeitung meinen Namen als Urheber der Ausgabe nicht löschen dürfen.

Ich fürchte, dass sich zumindest in den ersten Fassungen meiner Ausgaben noch einige Fehler finden. Für Fehlermeldungen wäre ich daher sehr dankbar.

François Couperin (1668 - 1733):

(Zum Seitenanfang) Les Goûts-Réunis ou nouveaux concerts (1724)

Nach meiner bescheidenen Meinung war François Couperin der bedeutendste Komponist des französischen Barocks. Seine Werke sind heute viel zu wenig bekannt. Der Grund dafür liegt in dem heute wenig gebräuchlichen Instrumentarium. Er bevorzugte neben dem Cembalo die Viola da Gamba, die nur wenige Musiker unserer Zeit hinreichend beherrschen. Von Couperin kann man eine besondere Art der Virtuosität lernen, nämlich das Spiel mit Klangfarben und äußerst feinen Verzierungen, sowie die Kunst des musikalischen Portraits. Letztere ist unbedingt erforderlich, um in die Welt seiner Cembalowerke einzudringen.

Vorlage für meine Ausgabe ist der Druck von 1724. Für die Ausführung der "Concerts royaux" und der Sammlung "Les Goûts-Réunis" kommen verschiedenen Instrumente in Betracht. Couperein schlägt Geige, (Block)-Flöte, Gambe, Oboe und Fagott vor, also alle damals üblichen Melodieinstrumente.

Das 13. Concert ist für zwei gleiche Instrumente komponiert. Die Oberstimme des Originaldrucks ist im Bariton-Schlüssel ("F" liegt auf der mittleren Linie), die Unterstimme im Bass-Schlüssel notiert. Man findet hier 3 Fassungen, nämlich für 2 Bass-Instrumente (Gamben, Violoncelli, Fagotte ...), für 2 Flöten (auch für Geigen geeignet) und für 2 Altblockflöten. Hier wären auch Tenorflöten denkbar, die mit Altblockflöten-Griffweise gespielt werden.

Noch eine Anmerkung zur Ausgabe:
Die Ausgaben für Flöten und Blockflöten sind aus der transponierten Ausgabe für Bassinstrumente entstanden. Aufgrund des geringeren Tonumfangs waren kleine Änderungen an der Stimmführung an einigen Stellen der zweiten Stimme notwendig. Meistens musste nur ein Ton eine Oktave erhöht werden. Nur im zweiten Satz war ein deutlicher aber verschmerzbarer Eingriff nötig. (T. 21 ff)

Für Interessierte veröffentliche ich hier auch den Lilypond-Quelldatei.


François Couperin: Treizième Concert


André Danican-Philidor (1647 - 1730):

(Zum Seitenanfang) Premièr Livre de Pieces (1712)

Diese Ausgabe beruht auf dem Druck von 1712. (http://www.imslp.org) Der Orignialtitel lautet:


I.er LIVRE DE PIECES POUR LA FLUTE TRAVERSIERE, FLUE A BEC, VIOLONS ET HAUT-BOIS
Avec La Baße continuë.

Warum eine neue Editon?

Die Orignalausgabe ist wirklich wunderbar, hat aber einige zeitgenössische Besonderheiten, die sie für viele Musiker schwer lesbar macht. So benutzt sie den französischen Violinschlüssel für die Flötenstimme. (G auf der untersten Linie!) In der Bassstimme trifft man ab und zu auf einen Altschlüssel. Darüber hinaus ist es nicht Jedermanns Geschmack eine Originalausgabe zu lesen.

Über dieses Werk findet man einige wirklich bemerkenswerte Fakten:
Merkwürdigerweise wird die Komposition Anne Danican-Philidor zugeschrieben. Auf dem Titelblatt steht als Urheber „Mr. Philior Fils Aîné“. Dieser ist aber Andre Danican-Philidor, der seit 1682 den begehrten Titel des „Ordinaire de la Musique du Roy“ trug.
Man findet im Erstdruck zahlreiche Bögen in der Bassstimme. Nach meiner Auffassung sind dies keine Legatobögen, wie es andere Herausgeber sehen, sondern Fortsetzungslinien für die Bezifferung.

Übrigens: Diese Ausgabe folgt dem Original so weit wie möglich. Dies betrifft vor allem die Balkensetzung, die Richtung der Hälse bei den Vorhalten, der Generalbassbezifferung u.v.a.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit dieser wundervollen Musik!


André Danican-Philidor: Sonate aus "Premièr Livre de Pieces"


Michel de La Barre (1675? - 1745):

(Zum Seitenanfang) Suittes de pieces
à deux Flutes traversières (1709 - 1725)

Michel de La Barre war mit Jacques-Martin Hotteterre der bedeutendste französische Flötist des beginnenden 18. Jahrhunderts. Von ihm stammen die ersten speziell für die Traversflöte komponierten Stücke. Neben Solosuiten und Triosonaten veröffentlichte er von 1709 bis 1725 siebzehn Suiten für 2 Traversflöten.

Verglichen mit den Suiten von Hotteterre sind seine Werke weniger detailreich dafür aber eleganter komponiert. Seine Musik ist wie ein delikater, nicht zu starker Burgunderwein, der seine Qualitäten nicht beim ersten Schluck zu erkennen gibt, dennoch aber zu mehr einlädt. (Hotteterres Musik ist dagegen ein würziger schwerer hochwertiger Wein aus Südfrankreich.) Oft strömt seine Musik eine wunderbare Melancholie aus. Vordergründige Virtuoistät ist ihr fremd.

Hier findet man vorerst "nur" 11 Suiten, die ich aber für Traversflöte wie auch für Altblockflöte herausgebe.


Michel de La Barre: Suittes de pieces à deux Flutes traversières (1709 - 1725)












Michel de La Barre (1675? - 1745):

(Zum Seitenanfang) Deuxième livre de pièces
pour la flûte traversière avec la basse continue (1710)

Michel de La Barre gab 3 Bände mit Werken für Flöte und Basso continuo heraus. Hier veröffentliche ich nun einige Suiten des zweiten Bandes von 1710. Ich hoffe im Sommer die Zeit zu finden auch den Generalbass auszusetzen.


Michel de La Barre: Deuxième Livre de Pièces pour la flûte traversière avec la basse continue



Michel de La Barre (1675? - 1745):

(Zum Seitenanfang) Troisième Livre des Trios
pour les violonx, flûtes, et hautbois, mélez de sonates pour la flute traversiere (1707)

Die Trios von de la Barre sind recht unkompliziert und auch für jüngere Schüler geeignet.

Wenn Blockflöten als Soloinstrumente genommen werden kann die nicht transponierte Fassung mit Tenor- oder Diskantblockflöten gespielt werden. Noch besser, wenn auch nicht historisch korrekt, liegen die Suiten für Voiceflute, die wohl nur in England verwendet wurde, in Frankreich dagegen unüblich war.

Für Altblockflöten habe ich die Suite um eine kleine Terz höher transponiert. Somit werden einige unangenehme Griffverbindungen umgangen. Der Bass ist allerdings so hoch, dass er kaum seinen Namen verdient.

Trotz ihrer einfachen Struktur sollte man sich bei der Interpretation stets vor Augen halten, dass diese Stücke am Hofe des Sonnenkönigs gespielt wurden. Ludwig XIV war musikalisch sehr bewandert und verzieh gewiss keine Oberflächlichkeit. Diese Stücke sollten stets mit Noblesse gespielt werden.


Michel de La Barre: Troisième Livre des Trios
pour les violonx, flûtes, et hautbois, mélez de sonates pour la flute traversiere (1707)



"Suite en B-Fa-Si Sur Dieze, tierce Mineure" (3. Suite)

Originalfassung h-Moll:

Transponierte Fassung d-Moll

Quelldateien

Joseph Bodin de Boismortier (1689 - 1755):

(Zum Seitenanfang) Sechs Sonaten für 3 Flöten oder andere Instrumente und B.c. op. 34 (1731)

Der ganze Titel der 1731 erschienenen Sammlung lautet:

"Six Sonates à quatre parties différentes et également travaillées.
Pour 3 Flutes-trav. Violons, ou autres Instruments, avec la Baße."

Ein Moselaner war er, wie auch ich. Geboren wurde Boismortier in Thionville. Um 1720 war er für einige Jahre in Perpignan, was ich nur deshalb erwähne, da die Gegend um Perpignan zu meinen Lieblingsplätzen in Frankreich gehört. (Man denke an die fantastischen Weine von Banyuls, Côtes du Rousillon und Corbière, an das Land der Katharer, die Katalanen, das Meer ...)

1724 veröffentlichte er zum ersten Mal in Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte und bis 1747 insgesamt 102 Werke mit Opusnummer herausgab. Keine Gattung blieb da aus. Seine ungeheure Schaffenskraft stand jedoch oft im Widerspruch zur Qualität seiner Werke. Folgende (wahrscheinlich von einem Boismortier-kritischen Moselaner, der z.Zt. in Koblenz lebt, in die Welt gesetzte) Anekdote gibt Auskunft über seine Kompositionsweise:

Eines Morgens betrat der Verleger François Boivin die Komponierstube Boismortiers.
"Guten Morgen, verehrter Joseph-Bodin." (Gegengruss, Höflichkeiten usw.) "Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer letzten Arbeit. Sie ging weg ..." (unleserliches folgt. Wahrscheinlich wollte er sagen: "... wie warme Semmel", oder so ähnlich) "Ihre hochgeschätzte Kundschaft verlangt nach neuen Werken. Alsbald muss eine neue Sammlung erscheinen."
Boismortier, der sich von seiner Komponiererei nicht abhalten ließ, antwortete kurz: "Geschätzter Freund, ich habe schon eine Sonate fertig gestellt. Nehmen Sie doch Platz und trinken Sie ein Glas Wein. Bis Sie ausgetrunken haben, werde ich die anderen fünf auch vollendet haben".

Nun, so weit ins Reich der Anekdoten und Legenden, historisch gesichert ist jedoch der folgende kurze Reim:

Bienheureux Boismortier, dont la fertile plume
Peut tous le mois sans peine enfanter un volume.

Hier und da muss ihn aber dennoch die Muse geküsst haben. So wurde seine letzte Oper "Daphnis et Chloé" (1747) ein großer Erfolg. Seine Motette "Fugit nox" (1741), in die er mehrere damals bekannte Weihnachtslieder einarbeitete, wurde 20 Jahre lang an den Weihnachtskonzerten der "Concert Spirituel" aufgeführt. Musikgeschichtlich gilt er als Reformer. Als erster Franzose verwendete er die Bezeichnung "Concerto", im Gegensatz zur französischen Bezeichnung "Concert", welches nichts mit einem Solokonzert zu tun hat. Mit dem 1729 erschienen Cellokonzert veröffentlichte er als erster französische Komponist ein "Concerto" für Soloinstrument (hier ein Violoncello) und Orchester nach italienischem Muster.

Zwei Kennzeichen tragen alle seine Werke: Bewusste Einfachheit gepaart mit schönem Klang und Eleganz sowie mäßige technische Anforderungen.

Die sechs Sonaten op. 34 gehören zu Boismortiers besten Kompositionen. Selten erlebt man bei ihm so viel Phantasie und Ideen. Diese Sonaten sind für Schüler der Mittelstufe sehr geeignet.

Der Originaldruck enthält vier Stimmbücher. Die Generalbassstimme (stört sich jemand an den 3 s ?) verlangt nach einer Orgel. Ein Cembalo tut es aber auch, Boismortier wird sich wohl nicht mehr beschweren. Die Ausarbeitung des Generalbasses überlasse ich den Ausführenden.

Joseph Bodin de Boismortier (1689 - 1755):
aus Sechs Sonaten für 3 Flöten oder andere Instrumente und B.c. op. 34

Louis-Antoine Dornel (ca. 1680 - 1756):

(Zum Seitenanfang) Sonates en Trio op. 3
Pour les Flûtes allemandes, Violons, Hautbois, etc. (1713)

1713 veröffentlichte Dornel 7 Triosonaten. Der Fleiß hatte ihn wohl übermannt. Normalerweise findet man nur 6 Werke in einem Opus. Die 7. Sonate ist jedoch für 3 gleiche Instrumente gedacht.
Die Sonaten folgen dem Muster der italienischen Triosonate nach Corelli, aber mit deutlichem französischen Akzent. Die Besetzung ist, wie für die Zeit üblich, nur angedeutet. Dornel schlägt Flöten, Violinen, Oboen und ... vor. Der Druck befindet sich in der Bibliothèque Nationale de France in Paris. Es handelt sich um 3 Stimmbücher. Eine Partitur liegt nicht vor.

Pünktlich zum Jahresende 2011, nein, sogar einen Tag früher, gebe ich hier alle 7 Sonaten heraus. Und zwar in einer Fassung für 2 Flöten und B.c. sowie, nach Terztransposition, eine Fassung für ..., also nach meiner Interpretation: 2 Blockflöten und B.c. Den Generalbass der Sonaten 2 und 4 habe ich ausgesetzt. Die Aussetzung kann nur ein Vorschlag sein. Gerade die langsamen Sätze verlangen ein differenzierteres Spiel als ich es notieren könnte.

Zur Generalbassaussetzung von op. 3/4:
Hier stand Jesper Bøje Christensens Generalbassschule Pate. (Jesper Bøje Christensen: Die Grundlagen des Generalbaßspiels im 18. Jahrhundert; Bärenreiter BA 8186)
Alles ist brav 4-stimmig gesetzt, wie Lambert u.a. französische Lehrmeister es vormachen.
Mit Orgelbegleitung empfiehlt es sich, nicht jeden Akkord einzeln anzuschlagen und Töne zu überbinden. Mit dem Cembalo sieht das anders aus. Gut aneinander gebunden ist die Aussetzung so spielbar, sie ist und bleibt jedoch nur eine Skizze. Hier sollte man besonders in den langsamen Sätzen mit Arpeggios und Akkordbrechungen experimentieren.

Jetzt muss ich aber noch ein wenig lamentieren. Der Notensatz einiger Stücke kostete mich viel Gehirnschmalz.
Wie im frühen 18. Jahrhundert üblich, macht Dornel in einige Sätzen Gebrauch von der sog. "weißen Notation". Diese Sätz stehen im 3/2-Takt. Viertel- und Achtelnoten finden sich hier nicht. Stattdessen findet man Halbe Noten, die mit einfachem oder doppelten Balken verbunden sind.
Die meisten aktuellen Notensatzprogramme können mit dieser Notation nicht ohne weiteres umgehen. Mein altes Encore-4.5.5 machte da keine Ausnahme. Ich musste damals die Balken alle mit einem Zeichenwerkzeug erstellen. Ein Vergnügen war das wirklich nicht und das Ergebnis war sehr unbefriedigend.

Mit Lilypond hat es nun endlich geklappt. Übrigens schneller als mit Encore. Trivial war das dennoch nicht, wie man am Lilypond-Quellcode erkennen kann. Dank sei der Hilfe aus der Lilypond-Gemeinde und dem "Suchen nach der Nadel im Heuhaufen", also dem Durchstöbern der umfangreichen Dokumentation zu Lilypond!
Ich veröffentliche nun hier die Lilypond-Ausgabe mit wahrscheinlich neuen Fehlern inklusive des Lilypond-Quellcodes. Die Encore-Dateien können jetzt auf meiner Festplatte verstauben. "Jamais encore avec Encore!"


Louis-Antoine Dornel: Sonates en Trio op. 3


Sonate en Trio op. 3/1:



Sonate en Trio op. 3/2 "La Triomphante":



Sonate en Trio op. 3/3:



Sonate en Trio op. 3/4:



Sonate en Trio op. 3/5:



Sonate en Trio op. 3/6:



Sonate en Trio op. 3/7:



G. F. Händel (1785 - 1759):

(Zum Seitenanfang) Sonaten für Blockflöte und B.c.

Vor vielen Jahren habe ich diese Ausgabe gemacht und stelle sie jetzt ins Internet. Vorlage hierfür ist das Originalmanuskript aus dem Fitzwilliam Museum in Cambridge, die von Miroprint als Faksimile erhältlich ist. Händels Handschrift ist gewöhnungsbedürftig, aber gut lesbar.

Hier findet man zunächst nur die Sonate op. 1/11 dafür aber in zwei Fassungen, nämlich in F-Dur (Original) und transponiert nach E-Dur. Ich habe die Transposition vorgenommen, damit meine Flöten in tiefer Stimmung zu einem normal gestimmten Begleitinstrument passen (Orgel, Cembalo, Klavier). Die Generalbassaussetzung habe ich ebenfalls vorgenommen.

G.F. Händel: Sonate op. 1/11

James Paisible (ca. 1656 - 1721):

(Zum Seitenanfang) Solos für Blockflöte und B.c.

In der Bibliothèque Nationale de France in Paris findet sich ein Manuskript mit Kompositionen für Blockflöte von James Paisible. Es handelt sich um eine anonyme Abschrift, die um 1700 in London entstanden ist. Der Titel lautet:

Solo's by Mr Pesible

Die hervorragend lesbare Abschrift beinhaltet 13 Sonaten und 4 Suiten mit verschiedenen Titeln für Blockflöte und B.c. sowie 2 Sonaten für 2 Blockflöten. Von den Blockflötenduetten abgesehen, sind alle übrigen Werke in Partitur niedergeschrieben. Die Generalbassbezifferung ist sehr spärlich. Genauso sparsam findet man Verzierungs- und Artikulationsbezeichnungen.

Wie schon bei den Telemann-Duetten habe ich mich mit Korrekturen zurückgehalten. Eine Aussetzung des Generalbasses habe ich nicht vorgenommen - und zwar aus Faulheit, nicht aus mangelnder Kenntnis. Die Harmonik ist sehr überschaubar, und man muss kein ausgewiesener Cembalist sein, um eine Aussetzung zu improvisieren. Viel Spaß also beim Spielen.

James Paisble: Solos für Blockflöte und B.c

Georg Philipp Telemann (1681 - 1767):

(Zum Seitenanfang) 6 Sonaten für 2 Quer- oder Blockflöten solo op. 2, TWV 40:101-106

Meine Ausgabe basiert auf dem Pariser Druck von 1738. Die Erstausgabe erschien jedoch in Hamburg 1727, auf die ich leider noch nicht zugreifen kann. Ich habe alle Sonaten neu mit Lilypond gesetzt.

Die Pariser Ausgabe ist leider recht fehlerhaft. Offensichtlich falsche Noten habe ich (wie heißt es so schön:) "stillschweigend" korrigiert. (Sollte jemand neue Fehler finden, bitte ich um entsprechende Hinweise per e-Mail.)
Mit Korrekturen der Artikulationsbezeichnung, der Verzierungen und der Balkensetzung bin ich sehr sparsam gewesen, auch wenn hier durchaus Bedarf war. So sind in der Vorlage Legatobögen sehr unsauber gesetzt. Offensichtlich wurden Stempel mit nicht exakter Begrenzung benutzt, um diese zu gravieren.

Zur Balkensetzung möchte ich jedoch noch einige Worte verlieren:
In den meisten modernen Ausgaben wird die Balkensetzung nach heutigen Standards angepasst. In Vorworten ist dann schon mal zu lesen, dass diese aus den Manuskripten oder Erstdrucken unwichtig oder fehlerhaft sei. Doch einige wenige Komponisten des Barock gaben sich große Mühe, ihre Vorstellung von Phrasierung und Artikulation durch exakte und für viele nicht leicht zu durchschauende Aufteilung der Balken zu verdeutlichen. Besonders aufschlussreich sind diesbezüglich die "Pièces de Clavecin" von François Couperin.
Auch wenn der Pariser Graveur der Telemann-Sonaten, Joseph-Louis Renou, nicht Couperins Perfektionismus teilte, deuten auch hier einige Stellen auf dieses Vorgehen hin. Allzu konsequent und logisch geschieht dies jedoch offensichtlich nicht. Der Spieler wird also selbst entscheiden müssen, wie er die Balkensetzung interpretiert.

Wäre dies eine wissenschaftliche Ausgabe, so müsste ich jetzt alle Korrekturen angeben und kommentieren. Wer das will, muss leider tief in die Tasche greifen und die auch nicht unproblematische kritische Gesamtausgabe der Telemann-Gesellschaft erwerben.

Es schadet prinzipiell nicht, wenn schon Schüler, die diese Musik spielen, auf die Problematik eines korrekten Notentextes aufmerksam gemacht werden. Barocke Musik ist eben nicht nach einer Gebrauchsanleitung zu interpretieren. Eine kritische Auseinandersetzung ist unerlässlich.

Man findet hier sowohl eine Fassung für Flöten in den Originaltonarten wie auch eine Version für Blockflöten, bei der die Sonaten um eine kleine Terz nach oben transponiert wurden.

Georg Philipp Telemann: 6 Sonaten op. 2, TWV 40:101-106







Georg Philipp Telemann (1681 - 1767):

(Zum Seitenanfang) Sonaten für Blockflöte und B.c aus "Der getreue Musikmeister"

Ein alter Schlager für Blockflöte! Telemann gab zwischen 1728 - 1729 als erster eine Musikzeitschrift heraus, die aus Spielliteratur für Sänger und Instrumentalisten bestand. Neben instrumental begleiteten Arien finden sich dort auch viele Innstrumentalkompositionen in verschiedener Besetzung darunter auch Werke anderer Komponisten.Zwei mal im Monat lieferte Telemann einen neue Folge.
Diese Sonate befindet sich in den ersten beiden Lieferungen

Meine Ausgabe habe ich nach dem Originaldruck erstellt. Den Generalbassaussetzung habe ich selbst ausgesetzt. Wahrscheinlich sind hier noch einige Fehler, da ich recht schnell gearbeitet habe. Für Hinweise auf Fehler wäre ich sehr dankbar!

Für Schüler der Mittelstufe ist diese Sonate ein Muss!

Georg Philipp Telemann: Sonaten aus "Der getreue Musikmeister"


Georg Philipp Telemann (1681 - 1767):

(Zum Seitenanfang) "Sonate Metodiche à Violino Solo ò Flauto traverso op. XIII (1728)"

Diese Sonaten zeigen Telemanns Meisterschaft. Sie sind umfangreicher und wesentlich eleganter als die Sonaten aus dem "Getreuen Musikmeister". Ihr herausragenstes Merkmal sind aber die von Telemann exemplarisch verzierten Einleitungssätze.

Zunächst gibt es hier nur die 2. und 4. Sonate und zwar in Originallage sowie in Terztransposition, die sie auch für Altblockflöten spielbar macht.

Georg Philipp Telemann: "Sonate Metodiche à Violino Solo ò Flauto traverso"



Georg Philipp Telemann (1681 - 1767):

(Zum Seitenanfang) Kantaten aus "Der harmonische Gottesdienst" Teil 1 (1725/27)

"Der harmonische Gottesdienst" fasst in drei Teilen Kantaten für mehr als 2 komplette Kirchenjahrgänge zusammen. Die Besetzung ist immer abwechseln tiefe und hohe Singstimme mit obligatem Instrument, entweder Violine, Oboe, Flöte, und Blockflöte und Basso continuo.

Sehr lesenswert ist sein "Vorbericht".
Hier gibt Telemann auskunft zur Besetzung und zur Ausführung. So kann die Instrumentalstimme auch mit Ripieno-Geigen beim Vorspiel und bei den Forte-Stellen verstärkt werden.
Zu den Rezitativen gibt er ebenfalls Hinweise.
Das Faksimile ist im Internet bei imslp.org frei verfügbar, so lade ich jeden ein, den "Vorbericht" zu studieren.

Nein, ich werde nicht alle 1750 Kantaten von Telemann verlegen, nicht einmal den kompletten "harmonischen Gottesdienst", ein einzige Kantate muss vorerst genügen.

Georg Philipp Telemann: "In gering und rauhen Schalen", TWV 01:941
Kantate für den 1. Sonntag nach dem Fest der heiligen drei Könige; aus "Der harmonische Gottesdienst", Teil 1 (1725/26)